Sonntag, 14. Februar 2010

Projektüberwachung

Das Erdbeben in Haiti gehört zu den grössten Naturkatastrophen, mit denen es die Vereinten Nationen je zu tun hatten. Das Ausmass der menschlichen Tragödien ist unfassbar. Im Zentrum der Hauptstadt Port au Prince sind praktisch alle Stahlbetonbauten eingestürzt, geborsten oder anderswie unbewohnbar und gefährlich geworden. Menschliche Hilfe steht im Vordergrund, die gesamte Innenstadt muss neu aufgebaut werden.
http://www.youtube.com/watch?v=xCJrHfea6k8

Die Not der Menschen ist so gross geworden, dass die Gewaltbereiten unter ihnen nicht davor zurückschrecken, als archäologische Raubgräber aufzutreten, um die in den Trümmern der Häuser verbliebenen Habseligkeiten der dort ums Leben Gekommenen zu Geld zu machen.

http://www.youtube.com/watch?v=05AgkvCcyfw

Wo und wie kann Hilfe wirksam ankommen?
Bei meinen drei Hilfsfahrten zu den Ärmsten der Armen im Stadtteil La Saline von Port au Prince habe ich sehr schnell eingesehen, dass das Erdbeben weitgehend auf die Hauptstadt und auf das Gebiet westlich davon beschränkt ist. Schnell hatte ich begriffen, dass das übrige Haiti nach wie vor gleichermassen recht oder schlecht funktioniert, immerhin aber die Hauptstadt belieferte und weiterhin mit dem beliefern will, was die Menschen dort so brauchen, von den Grundnahrungsmitteln, Gemüse und Früchte über Kleidung, Körperpflege u.a.
Auch in den Markthallen (siehe Bild) gibt es genügend Gemüse zu kaufen. Es ist also alles nach wie vor zu haben, nur die Verkehrs- und Lieferantenwege müssen zum grössten Teil neu wieder eingerichtet werden. Nachdem ich dies begriffen hatte, hörte ich auf, Dinge des täglichen Gebrauchs mitzubringen; ich hielt meine mittlerweile zehn freiwillig und ohne Entgelt arbeitenden Mitarbeiter dazu an, das Gemüse für die Suppenküche auf dem wieder voll funktionierenden Markt Croix des Bossales zu kaufen und das Brot in der funktionierenden Bäckerei in La Saline

Dank Google-Earth und lieber Freunde aus Port au Prince hatte ich mich rasch für das Armenviertel La Saline am Hafen von Port au Prince mit unzähligen, zumeist eingeschossigen Einfamilien-Häuschen entschieden, wo die Hilfe grosser Organisationen kaum hinkommt, weil Einstürze mehrgeschossiger Häuser und Grossbauten hier nicht vorliegen. Einstürze kleiner Häuschen sind nicht so spektakulär und es sind hier auch nicht so viele Tote zu beklagen. Dennoch leiden die Menschen hier gleichermassen, weil sie ob ihrer Armut schon vor dem Erdbeben nichts hatten und hernach erst recht nichts. Ca 20% der kleinen Häuschen sind eingestürzt, etwa die Hälfte ist durch Riss- und Bruchschäden unbewohnbar geworden. Die Menschen schlafen auf Strassen und Plätzen, schutzlos der Sonne und dem Regen ausgesetzt. Hier setzt die Hilfe dieses Hilfsprogramms an. Die hilfsbedürftigen Menschen erhalten einen Kaffee am Morgen mit einem Stück Brot und am Mittag eine Mahlzeit. Zudem erhalten sie mit Plastikplanen ein Dach über dem Kopf.


Ich habe meine Mitarbeiter so eingestellt, dass sie selbständig weiterarbeiten können. Mein Adjutant Jodny Jeanbaptiste, eigentlich Mitarbeiter im Transportministerium, leitet die Arbeiten vor Ort und orientiert mich laufend über die Arbeiten.

Wir müssen diese Notlage aber auch als eine Chance begreifen, jetzt die Lebensbedingungen grundlegend so zu ändern, dass die Menschen wieder Arbeit haben und ihr Leben selbst in die Hand nehmen können.
Die Hauptstadt von Haiti wird wieder aufgebaut werden und das bringt eine Menge Arbeit, vor allem für nicht oder wenig ausgebildete arbeitswillige Menschen. Dies ist der richtige Ansatz und so wird auch die Hilfe, die jetzt hier eingesetzt wird, nicht einfach ins Leere verpuffen, sondern nachhaltig eine Lebenswende für die Menschen in La Saline mit sich bringen.

Projekt Suppenküchen und Wohndächer

Das Erdbeben in Haiti vom 12. Januar 2010 hat den Stadtkern total zerstört. Die Häuser sind eingestürzt, zusammengefallen, geborsten oder sonstwie unbewohnbar geworden. Ein Neubau dieser Häuser und eine Renovation historischer Bauten sind unerlässlich.

In Aussenquartieren mit ein- bis zweigeschossigen Häusern liegt der Zerstörungsgrad bei etwa 20- 50 %, je nach örtlicher Erdbebenwirkung. Im Stadtteil La Saline ist es nicht anders und etwa 50% der Häuser sind durch Riss- und örtliche Zerstörungsschäden unbewohnbar geworden.
Die Menschen schlafen hier auf Strassen und Plätzen und sind auf Hilfe angewiesen.

Was wirklich fehlt, ist Geld zum kaufen der Nahrungsmittel.


Die Menschen leben und kochen auf der Strasse. Hier setzt unser Hilfsprogramm Suppenküchen als Gemeinschaftsversorgung an. Unser allein aus Haitianerinnen und Haitianern bestehendes Arbeitsteam richtet zunächst die Küche ein. Unser Team kauft dann das Gemüse und den Reis in den nahen Markthallen beim Croix des Bossales. Hier gibt es alles, was man zum Leben braucht. Aus unserem Hilfsprogramm erhalten die Menschen danach einen Morgenkaffee mit einem Stück Brot und am Mittag eine Gemüsesuppe oder einen Teller Reis mit Gemüse.
Das Einrichten von Suppenküchen ist nur organisatorisch ein Problem, nicht aber grundsätzlich. Weil aber überall das Geld fehlt, haben die einen was im Topf und die anderen eben nichts. Wer hat, der hat und wer nichts hat, der hat eben Hunger – und das im Übermass - und das fängt schon bei den Kindern an.


http://www.youtube.com/watch?v=WkKZZ9c3zI0




Bis jetzt wurden zwei Suppenküchen für etwa 300 Personen eingerichtet.
Traditionell wird mit Holzkohle in kleinen offenen Eisenöfen und mit grossen Suppentöpfen gekocht. Bei meiner zweiten Hilfsfahrt habe ich die erste Suppenküche bei A (Dorfplatz) eingerichtet. Die bei der dritten Hilfsfahrt eingerichtete zweite Suppenküche bei B ist auf gutem Wege Zudem beginnt der Hunger schon am Morgen und die Küchenmannschaft beginnt daher am Morgen mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Brot, frisch aus der Bäckerei.


Nach den ersten beiden Suppenküchen würde ich gerne so weitermachen, aber es fehlt das Geld. Und die Suppenküchen brauchen 0.5 USD pro Person und Tag. Bei bisher 300 Mahlzeiten pro Tag werden zurzeit jeden Tag 150 USD oder 4500 USD pro Monat benötigt, um diese beiden Küchen bei unentgeltlicher Tätigkeit der Küchenmannschaften sicher zu stellen. Bei zu erwartender Steigerung der Mahlzeitenzahlen wird sich diese Summe weiter erhöhen.


In den slumartigen Armeleutevierteln von Cité Soleil und La Saline am Hafen von Port au Prince gibt es keine spektakulären Hauseinstürze und viele Häuslein wären trotz Rissen in den Wänden doch noch bewohnbar.
Etwa 20% dieser kleinen Häuslein sind beim Erdbeben eingefallen und die meisten haben Bruch- und Rissschäden. Aus Angst vor neuen Erdstössen und wegen der Unbewohnbarkeit ihrer Häuslein leben hier viele Menschen im Freien, essen und schlafen auf Strassen und Plätzen, sind aber in ihrer Wohngegend geblieben.
Zum Schutz gegen Regen und Sonne hatte ich bei meiner zweiten Hilfsfahrt vom 21. bis 24. Januar begonnen, aus der Dom. Rep. Plastikplanen und Spannmaterial mitzubringen, was sich als ein voller Erfolg erwies. Sogar auf den Luftaufnahmen von Google Earth vom 25. Januar sind die ersten Planen zu sehen (nebenstehendes Bild).

So habe ich denn bei meiner dritten Hilfsfahrt noch mehr davon mitgebracht und neben den Plätzen A, C, D eine Vielzahl von Planen an Familien abgegeben, um ihre kleinen eingefallenen Häuslein zu überdachen. Hier können die Menschen nun im Freien schlafen und sind unter den Dächern vor Sonne und Regen weitgehend geschützt.
Weitere Planen werden gebraucht, wenn der Regen einsetzt. Allerdings musste ich die weitere Anlieferung von Schutzplanen stoppen, weil einfach die Mittel fehlen und die vorhandenen Spendengelder für den Betrieb der Suppenküchen gebraucht werden. Sobald hierfür Mittel vorhanden sind, können weitere Familien mit Schutzplanen versorgt werden.
Ich bitte alle, die Geld haben, das sie entbehren können, beim schnellen Aufbau und dem Betrieb weiterer Suppenküchen und der Überdeckung von eingestürzten Häuslein und Schlafplätzen mit Dachplanen mitzuhelfen.

Bitte unterstützen auch sie dieses Hilfsprojekt!
Ihre Spende kommt an und hilft sofort in La Saline,
dem Armenviertel am Hafen von Port au Prince.

Die jetzt vorhandenene Mittel reichen bis zum 21. Februar.

Samstag, 13. Februar 2010


Madame Vousèle singt das Lapujé (la prière, das Abendgebet) vor dem Schlafengehen, eine Tradition, die in Haiti üblich ist.

Madame Vousèle ist auch Mitarbeiterin in der Suppenküche von Theana Jeanbaptiste und hat sich in jeder Weise verdient gemacht um das Wohl der Menschen an der Plaza Jérémie in La Saline, dem Armenviertel am Hafen von Port au Prince.

Kinderdorf ‚Jardin des enfants’und medizinische Versorgung

Viele Menschen im Stadtkern sind unter Tonnen von Beton und Stahl eingeklemmt gestorben und liegen solange in ihren Betongräbern, bis der Schutt weggeräumt wird. Die Davongekommenen haben sich auf freie Plätze geflüchtet, die meisten davon mit mehr oder weniger starken Verletzungen. Soweit diese nicht in Spitäler und Notkliniken behandelt werden konnten, sind sie in der Stadt geblieben und liegen nun dort, nur spärlich gegen Sonne und Regen geschützt.
http://www.youtube.com/watch?v=yHEJD8mb4aA

Frau Dra, Junette hat sich bei meiner ersten Hilfsfahrt vom 16.-19. Januar spontan bereiterklärt, mit den medizinischen Mitteln, die ich in drei Kisten mitgebracht hatte, eine Sofortversorgung auf der Plaza Sta. Ana und im Stadtteil La Saline vorzunehmen.
Auf der Plaza Sta. Ana neben der gleichnamigen eingestürzten Kirche biwakieren seit dem Erdbeben eine Vielzahl obdachloser verletzter Menschen, als einzige Bleibe, nachdem ihre Wohnungen zerstört wurden. Zur zweiten und dritten Hilfsfahrt hatte sie mir weitere Listen mit Medikamenten mitgegeben, die ich ihr dann mitbringen konnte.

Sobald sich das Leben soweit normalisiert, dass die Wunden verheilt sind, möchte sich Dra. Junette weiter um die medizinische Versorgung im Stadtteil La Saline und bei den Kindern im Kinderdorf von Pastor Josef kümmern.

Mehr als zweihunderttausend Menschen sind beim Erdbeben in Port au Prince ums Leben gekommen. Viele Kinder haben ihre Eltern oder mindestens ein Elternteil verloren. Ihr Leben hat sich dadurch radikal verändert. Sie haben ihre familiären Wohnbedingungen verloren und sind eigentlich heimatlos geworden.
Ganz spontan hat Pastor Josef, dessen Kirche in La Saline eingestürzt ist, nach dem Erdbeben in seiner eigenen noch gut erhaltenen Hausanlage mit Garten im Stadtteil Cressin etwa 50 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren aufgenommen, wo sie tagsüber betreut wohnen, spielen und lernen können. Nachts gehen sie zum Schlafen zu ihren Schlafplätzen bei Familienangehörigen und Nachbarn. Sein baumbesetzter Garten ist von ihm zum ’Jardin des enfants’ umfunktioniert worden.
Port au Prince ist eigentlich eine Felsen-, Stein- und Geröllwüste. Daher ist der Begriff Garten auch als Steingarten zu verstehen, der mit Sand noch etwas lebensfreundlicher und spielwürdiger gemacht werden könnte. Aus den mitgebrachten Plastikplanen wurde hier ein Aufenthaltshaus gebaut mit einer Grundfläche von immerhin etwa 30 m2 mit einem grossen Tisch in der Mitte und jedes Kind hat sein eigenes Stühlchen zum Essen. Sie haben es eigentlich doch noch besser, als die Kinder von La Saline, die zumeist auf dem Boden essen, leben und schlafen.

Ich habe mich davon überzeugen können, dass die Kinder unter der Leitung von Pastor Josef und Dra. Junette gut versorgt sind, ihre täglichen Mahlzeiten erhalten und hier miteinander in einer Kindergemeinschaft leben können.

Dieses betreute Wohnen der Kinder erfordert Mittel von min. 1.70 USD pro Kind und Tag. Das sind zurzeit bei 50 Kindern 2550 USD jeden Monat. Ob weitere Kinder aufgenommen werden können, hängt von der zugeführten Hilfe ab. Als Sofortmassnahme habe ich aus den mir übertragenen Hilfsgeldern 1000 USD an Pastor Josef für die von ihm aufgenommenen Kinder gegeben und in der Folge aus den Spendenhilfen noch einmal 800 USD. Dies reicht bis zum 17. Februar.

Am 18. Februar benötigt das Kinderdorf erneut eine weitere finanzielle Hilfe. Letztlich muss aber hier eine definitive Lösung gefunden werden.

Es werden regelmässige Mittel für das Kinderdorf ‚Jardin des enfants’ im baumbestzten Garten von Pastor Josef in der Steinwüste von Port au Prince gebraucht, um lebensfähig sein zu können. Es wird eine Trägerschaft gesucht, die diese dankbare Aufgabe übernehmen möchte.

Die vorhandenen Mittel reichen bis zum 17.Februar 2010

Wiederaufbau: Hilfe zur Selbsthilfe

In der Stadt Port au Prince ist der Stadtkern durch das Erdbeben in Schutt und Asche gelegt, nicht bewohnbar und nicht funktionsfähig. Bei Nacht sieht man auf der Zufahrtsstrasse von der Dom.Rep. her kilometerlange amerikanische Riesenkonvois mit Schuttbeseitigungs-, Lade- und Transportfahrzeugen, überdimensionale Stromversorgungsaggregate, Beton- und Kiesaufbereitungsanlagen, die in der Hauptstadt von Haiti gebraucht werden. Der Hafen von Port au Prince ist offensichtlich zu gering belastbar, sodass dieses Hilfsgut über den Nachbarhafen von Santo Domingo zugeführt werden muss.
Als Bauingenieur gehe ich davon aus, dass der gesamte Stadtkern geräumt und unter Restaurierung historischer Bauten gemeinsam mit einem neuen Hafen und einer Erneuerung des Flughafens in den nächsten Jahren total neu wieder aufgebaut wird. Dies wird Arbeit in Hülle und Fülle für die arbeitswilligen haitianischen Männer bedeuten, eine grosse Chance für die (jetzt) arbeitslosen Haitianer.

Im Stadtgebiet La Saline am Hafen von Port au Prince müssen etwa 20% der Häuser total neu gebaut und etwa die Hälfte der Häuser instandgesetzt werden, um annähernd wieder funktionsfähig zu sein. Weil hier ja keine so spektakulären Einstürze vorliegen, wird es hier zumeist um Instandsetzung und um erdbebensicheres Bauen gehen.

Im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe scheint es mir hier sinnvoll, die arbeitslosen Menschen mit den Erhaltungs- und Renovationsarbeiten zu betrauen und ihnen Zement, Sand und Kies, Steine und Schalmaterial zu geben, um ihre eigenen Häuslein wieder aufzubauen. Für ihre Arbeit müssen sie ein Entgelt erhalten, das sie in die Lage versetzt, ihren Lebensunterhalt wieder selbst zu bestreiten.

In La Saline gibt es etwa 3000 Häuser, wovon etwa 500 zerstört und weitere 1000 ernsthaft geschädigt sind, sodass sich bei diesen ein Neubau aufdrängt. Von den hier wohnenden etwa 15 000 Menschen dürften nach meiner Schätzung etwa die Hälfte auf der Strasse wohnen und leben. Ein erforderliches Wiederaufbauprogramm müsste m.E. von einem Wiederaufbauwillen der Menschen getragen sein und im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe vor einem Hilfsprojekt gefördert und unterstützt werden. Zudem müssen die untragbaren kloakenartigen Dorfbäche verrohrt und mit Spüleinrichtungen versehen werden aus dem in geringer Tiefe vorhandenen Meerwasser.

Wie kann La Saline wieder aufgebaut werden?

Für den Wiederaufbau des Stadtzentrums von Port au Prince ist eine umfangreiche Schuttbeseitigungs- und Neubaumaschinerie angelaufen.

Die nicht so spektakulär geschädigten Aussenbezirke und Stadtteile wie La Saline haben bisher wenig Hilfe grosser Organisationen erhalten. Es ist zu befürchten, dass auch der Wiederaufbau gleich stiefmütterlich behandelt wird, weil die Hauseinstürze nicht so spektakulär abgelaufen sind, doch ist auch hier eine Wiederaufbauhilfe unerlässlich.

Der Vorteil dieses Stadtgebiets liegt darin, dass arbeitsfähige und arbeitswillige Haitianer nur darauf warten, mit anzupacken und ihre Häuslein wieder aufzubauen.
Hier werden für eine nachhaltige Hilfe Zement, Sand, Kies und Steine benötigt - und die Männer von Las Saline werden ihre eigenen Häuser wieder aufbauen und die miserablen Verhältnisse in ihren Strassen unter Anleitung fachgerecht beseitigen.

Sonntag, 31. Januar 2010

Anästhesiemittel DRINGEND benötigt

Die Infektionen viele Patienten sind weit fortgeschritten und mit Medikamenten nicht mehr zu behandeln. Die Ärzte müssen vielfach amputieren. Leider gibt es aber kaum Anästhesiemittel....
Hajo wird am Montag Nachmittag so viel kaufen wie finanziell möglich ist und zu den betroffenen Patienten nach La Saline bringen.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Spendenaufruf !

Bitte um Spenden
für das Hilfsprojekt La Saline in Port au Prince

La Saline liegt im Hafengebiet und in der Anflugschneise des Flughafens und im Halbstundentakt landen die Flugzeuge mit Hilfsladungen für die Erdbebenopfer. Doch in diesem Armenviertel von Port au Prince, kommt davon nichts an. Warum? Weil es hier keine Hochhäuser sind, gab es auch keine so spektakulären Hauseinstürze. Doch Zerstörungen sind auch hier und die Menschen leiden genau so wie im ganzen Stadtgebiet. Sie brauchen Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und verbesserte hygienische Bedingungen und sie schlafen aus Angst vor neuen Erdstössen zum Teil nachts im Freien. Die Menschen waren hier schon vorher mausarm und sind es heute erst recht.
Bitte unterstützen auch sie dieses Hilfsprojekt!
Ihre Spende kommt an und hilft sofort.

Spendenkonto in der Schweiz:
UBS 9100 Herisau
Konto Rita Hirt Nr. 0254-703014.M1C
IBAN: CH9600254254703014M1C
BIC: UBSWCHZH80A
Rita Hirt, Rippistal 637, 9103 Schwellbrunn

Spendenkonto in der Dom.Rep.:
Banreservas Las Terrenas
Konto 290-004957-9
Swift: BRRDDOSD
Hajo Badzong, Las Terrenas, Dom.Rep.
Calle Portillo, Nostalgia Caribe
Cel. 001 829 886 7408, Skype: puntabonita1,
Mail: hajoba@gmail.com

Informationen in Europa:
Carola Santa Cruz, Zürich-Altstetten, Schweiz
Mail: carola@badzong.ch

Verwendungszweck:
Wer speziell das Kinderdorf 'Jardin des enfants' unterstützen möchte, gebe bitte als Verwendungszweck an 'Kinderdorf'

Wer auf das Schweizer Bankkonto Spenden überweisen möchte, kann das Online als SEPA-Überweisung machenn. Dann ist die Überweisung kostenlos.
Das Bankinstitut in Herisau ist SEPA-fähig!!

Projektteil Suppenküche


Die mitgebrachten Hilfsgüter sind ein guter Anfang und haben Hoffnungen geweckt. Wünsche nach weiteren Hilfssendungen wurden vor Ort gestellt. Immer mehr Menschen nehmen an der Suppenausgabe teil. Waren es am 22. Januar etwa 50, so sind es heute am 26 Januar bereits 100. In wenigen Tagen werden es 300 sein. Das ist die oberste Grenze. Bis dahin soll eine zweite Suppenküche einsatzbereit sein.
Gleichzeitig ist es aber mein Anliegen, die Eigenversorgung der Gemeinschaft in den Mittelpunkt zu stellen, damit die Abhängigkeit von Hilfslieferungen so weit als möglich wieder zurückzufahren und damit die Nachhaltigkeit der Hilfe zu stärken. Wie ist das möglich? Es gibt wieder einen Gemüsemarkt, etwa 1 km entfernt. Dieser Markt wird uns das Gemüse liefern. Brot liefert eine Boulangerie, die nach wie vor in La Saline arbeitet. Wasser muss teuer in Gallonen zugekauft werden. Weitere Hilfe muss zurzeit mit Hilfslieferungen zugeführt werden. Wir werden einen Hilfsdienst organisieren, der die Stadtumgebung nach Lebensmitteln mit regelmässiger Dauerlieferung absucht. Wir werden haitianische Lastwagen suchen, die wieder genügend Waren des Landes zu den Menschen in der Stadt tragen.

Projektteil medizinische Hilfe

Dra. Junette führt gezielte medizinische Hilfe bei den ohne Dach an der Sonne liegenden Menschen auf der Plaza Sta Ana und in La Saline durch. Am 20.Januar war der zweite Einsatz. Der dritte Einsatz wird sein, wenn Emsi mit der Hilfslieferung am 27.Januar dort eintrifft. Entzündete Wunden werden behandelt. Diese Einsätze werden mit der Zeit abnehmen und nur noch sporadisch nötig sein.

Projektteil Dach über dem Kopf

Der zentrale Dorfplatz von La Saline ist jetzt überdacht und die Menschen können auch bei Regen mit einem Dach über dem Kopf schlafen. Ausserdem habe ich so viele Schüttel-Lampen verteilt, die ich bekommen konnte. Diese Handlampe erhält ihren Strom durch das Schütteln mit der Hand und leuchtet dann einige Minuten. Dann wird wieder geschüttelt und so fort.
Eine der Mütter spricht ein Dankgebet vor dem Einschlafen und einer der Anwesenden liest aus der Bibel, hier Joh.9.4

Projektteil Jardin des enfants


Pastor Josef hatte vor dem Erdbeben 15 Kinder zwischen 7 und 15 Jahren. Jetzt hat er 53 Kinder aufgenommen. Die Kinder sind tagsüber im Garten, nachts schlafen sie bei Verwandten oder Nachbarn. Eine Teilüberdachung des Gartens zwischen den Bananen und anderen grossflächigen Blätterbäumen wurde durch eine grosse Plane ermöglicht. Diese dürfte inzwischen montiert sein. Das grosse Problem von Pastor Josef sind die Kosten für 3 Mahlzeiten am Tag und die erforderliche Betreuung. Das Minimum sei, wie er sagt 1.70 USD pro Kind und Tag. Eine Verschönerung des Steingartens (ganz Port au Prince ist eine Steinwüste) ist aus unserer Sicht von Nöten. Weil die Kosten deutlich höher sind als bei der Suppenküche, habe ich sein Anliegen bis zur Lösung dieses Problems vertagt.

Verwendung bisheriger Spendengelder

Am 15. Januar kam eine erste Sendung aus Ritas Hilfsfond von 6975 USD an. Am
20.Januar kamen aus diesem Hilfsfond nochmals 6938 USD. Am 26. Januar konnte ich aus den mir zugesandten Spendengeldern noch einmal 2645 USD integrieren. Bis heute
am 26. Januar hat das Hilfsprojekt La Saline somit USD 16558 erhalten.
Die erste Hilfssendung am 16.-19.Januar umfasste Medikamente, Nahrungsmittel, Kleidung und Hygieneartikel im Werte von 5400 USD, inbegriffen die Kosten für Fahrzeug und Transport.
Bei der zweiten Hilfssendung am 21.-24.Januar konnte stärker auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen werden. Es wurden daher jetzt Dachplanen, Decken und Bettücher, weitere Hygieneartikel und weitere Medikamente im Betrage von 6000 USD ins Katastrophengebiet gebracht, inbegriffen die Kosten für Fahrzeug und Transport.
Eine dritte Hilfssendung erfolgt am 27. Januar mit einem Kurier mit Medikamenten und Geldzuwendungen an Pastor Josef (1000 USD), Dra. Junette (300 USD) und die Suppenküche (1000 USD) im Gesamtbetrage von 3550 USD. MIt diesem Geld werden Lebensmittel des Landes in der Stadt (teuer) gekauft, ist aber nur als Übergang gedacht. Zur Nachhaltigkeit siehe oben.
Der Stand der verfügbaren Hilfsgelder ist also heute am 26. Januar USD 1608.

Brief von Hajo an alle SpenderInnen

Ein gütiges Schicksal hat mir die Fäden in die Hand gegeben für dieses spannende und aufregende Hilfsprojekt, das mich magnetisch in seinen Bann gezogen hat. Es sind auch die unglaublich warmherzigen undcherzlichen, künstlerisch ungemein begabten, intelligenten haitianischen Menschen, die nur die Armut und die Kargheit des Landes(Port au Prince ist eine Steinwüste) dazu gebracht hat, teils auch gewalttätig
zu werden.

Mit lieben Freunden in der Schweiz habe ich ein Sofort-Hilfsprojekt realisiert und im Stadtteil La Saline, am Hafen von Port au Prince fest eingerichtet. Meine Mitarbeiter dort sind ausschliesslich Haitianerinnen und Haitianer. Eure Hilfe kommt also direkt bei den Menschen an, dort wo sie hingehört. Das Transportmittel für eure Hilfe ist die Liebe zu diesen liebenswerten, aber sehr armen Menschen. It
must be love . . .
http://www.youtube.com/watch?v=JOqkg3PIY4M

Es kann und darf nicht darum gehen, die Menschen von Port au Prince abhängig zu machen von ausländischen Lieferungen, sondern Selbstversorgung und Nachhaltigkeit müssen ge- und verstärkt werden. Die Devise heisst:

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Erdbebenzerstörungen liegen nahezu ausschliesslich in Port au Prince. Das gesamte Land Haiti war immer schon Versorger der Hauptstadt und ist es auch weiterhin. Aber die Versorgerwege und die Feinverteilung in der Hauptstadt sind abgerissen. Diese müssen wieder ersetzt werden. Durch die Zerstörungen fehlt heute das Geld in der Hauptstadt, die Waren zu kaufen und diese sind durch Versorgerengpässe auch teurer geworden. Also fehlt der Absatz.

Hilfslieferungen unmittelbar nach dem Erdbeben zur sofortigen Linderung der grössten Not sind in Ordnung, aber dann muss der Alltag wieder einkehren und die Menschen müssen sich wieder selbst versorgen. Sonst würde die gesamte Versorgungslage des Landes lahmgelegt. Die Menschen in Port au Prince würden abhängig und die Kaufkraft nähme trotzdem nicht zu. Die Devise heisst hier:

Kaufkraft stärken
Verteilernetz reorganisieren

Die Menschen brauchen Geld, um wieder kaufen zu können und durch die Wiederherstellung der Versorgerwege werden die Waren auch wieder billiger.

Das Hilfsprojekt 'La Saline' wird in Zukunft nur noch so viel materielle Hilfe aus dem Ausland bringen, wie unbedingt nötig ist. Aber die Menschen sollen die eigenen Waren des Landes wieder kaufen können. Unser Hilfsprojekt wird in Zukunft Waren des Landes kaufen und diese zu den Menschen in der Hauptstadt Port au Prince bringen. Erst wenn die Kaufkraft genügend gestärkt ist und die Menschen wieder genügend Geld zum Kaufen haben, hört der Tropf der Abhängigkeit wieder auf.
Anstatt Menschen hin und her zu fahren, sollen wieder vermehrt Waren vom Lande in die Stadt transportiert werden, wie schon vor dem Erdbeben. Das reicht aus für die Versorgung ihrer Hauptstadt mit Lebensmitteln.

Bitte seht euch mein Projekt, meinen Spendenaufruf und meinen Verwendungsnachweis im Anhang dieses Mails an und wenn ihr dann wisst, dass eure Spende am richtigen Ort eingesetzt wird, dann zögert nicht, sofort bei diesem Werk mitzuhelfen und mit dabei zu sein in La Saline,am Hafen von Port au Prince.

Dank an euch alle und liebe Grüsse
von eurem Hans Joachim

mit einem herzlichen
. . . it must be love
http://www.youtube.com/watch?v=JOqkg3PIY4M

Donnerstag, 21. Januar 2010

Nächster Schritt

Hajo hat sich gestern Mittwoch von der Dom. Rep. aus wieder auf den Weg nach La Saline (auf dem Bild seht ihr den Dorfplatz von La Saline) gemacht. Ausser mit den nötigen Versorgungsmitteln und Medikamenten ist Hajo dieses Mal auch mit Plastikplanen ausgerüstet, mit welchen er den Menschen Unterkünfte baut.
Einen detaillierten Bericht über die aktuelle Lage und das fortschreiten des Projekts wird Hajo in den kommenden Tagen hier veröffentlichen.

Dienstag, 19. Januar 2010

5. Projektteil: Hygiene - Vorbeugung von Epidemien

Alles Abwasser, auch die Nachttöpfe werden einfach in eine Rinne geschüttet, die offen auf dem Dorfsträsschen fliessen und irgendwo versickern. Parasiten sind bereits ein grosses Problem und Seuchen sind bei der jetzigen Situation die Folge. Es kommt hinzu, dass auch das Wäschewaschen mit der Hand nur noch begrenzt möglich ist. Es werden dringend Waschmaschinen gebraucht, aber es gibt ja keinen Strom. Also wird hier jetzt Chlor gebraucht und das in grossen Mengen. Mein ohnehin überfülltes Auto wird also Chlorflaschen tragen müssen zum Vorbeugen von Epidemien. Eine Waschmaschine ist an Strom gebunden und den gibt es jetzt bis auf weiteres nicht mehr. Benzingeneratoren ‚leiden’ daran, dass das Benzin zu teuer ist und es fast keines gibt. Gasgeneratoren sind zu schadenanfällig. Die Lösung heisst Sonnenenergie für die Sofort Stromversorgung bis das Leitungsnetz der Stadt erneuert ist. Um die schmutzige Wäsche und Kleider zu waschen, werden danach dringend zunächst zwei Waschmaschinen für Kaltwasser mit Chlorzusatz gebraucht. Die Wasch-Einteilung muss dann wie in Zürich in einem Hochhaus eingeteilt, mit permanenter Hilfe durchgeführt und überwacht werden.

4. Projektteil: Dach über dem Kopf

Zu ‚Dach über dem Kopf’ musste ich ad hoc eine Lösung finden, denn bei dem jetzigen schönen Wetter geht das Schlafen im Freien noch, aber sobald es regnet, wird dringend ein Dach über dem Kopf benötigt. Schon heute gibt es riesengrosse Felder, die mit Behelfsbehausungen wie mit Tomatenplantagen bedeckt sind. Warum dann nicht relativ einfache Zelte kaufen? Die Antwort ist, die Menschen wollen in ihrer gewohnten Umgebung wohnen, aber nicht in ihren Gemäuern, die beim nächsten Erdbeben restlos einstürzen und sie begraben können. Aber die Strassen und Plätze werden tagsüber vom Verkehr benutzt. Also werden die Schlafplätze grossflächig am Abend mit Zeltblachen überdeckt. Bei meinem nächsten Einsatz werde ich das Auto mit Zeltblachen, starken Spannseilen und Schlaftüchern vollstopfen.

3. Projektteil: Jardin des enfants

Zu ‚Jardin des enfants’ habe ich mit Samson Joseph einen Pastor gefunden, der bereits jetzt auf eigene Kosten Kinder aufgenommen hat und sie in seinem Garten mit Oliven- und Bananenbäumen wohnen lässt.
Die Kinder haben ihre ganze Familie verloren und Pastor Joseph versucht ihnen hier einen Platz zu schaffen, an dem sie trotz des harten Schicksalsschalges etwas Hoffnung finden können.
Garten ist für unsere Begriffe zu hoch gewählt, denn Erde ist seit langem wegerodiert. Der Boden besteht hier in der Stadt überall aus Felsen und Stein und Geröll und Kies. Dennoch, die Kinder kennen es nicht anders und es ist ihr Garten. Was hier gebraucht wird ist Sand, Erde kann nur in Töpfen ‚gehalten’ werden, wo dann eine Pflanze drinnen sein kann. Sand wäre hier nicht nur Lebensraum, sondern auch Spielwiese.

2. Projektteil: Medizinische Soforthilfe

Hier muss auch der Arzt umdenken. Spritzen kann man vergessen. Die Hygiene der Haut ist zu schlecht und würde zu neuen Infektionen führen. Es gibt ja fast kein Wasser, Wasser ist teuer und waschen ist Luxus. Seife ist nicht zu haben. Die schmutzigen Handtücher tuen ihr übriges, um neue Infektionen hervorzurufen. Schnellverrottendes Papier als Handtuchersatz ist dringend in grossen Mengen vonnöten. Toilettengänge enden meist mit ‚Handreinigung’ und 3-mal über den Steinboden reiben. Sand gibt es keinen, der ist längst wegerodiert.
Meine stärkste Hilfe vor Ort ist Frau Dr. Junette Joseph. Ich habe ja ein Riesenschwein oder einen riesenguten Schutzengel, dass ich für mein Projekt so gute Leute ‚gefunden’ habe. Sie hat mir eine neue Liste gegeben, was sie sofort braucht.
Noch am Sonntag, 17. Januar habe ich mit ihr ad hoc eine Sofort-Wundversorgung auf der Plaza Santa Ana mit drei Helfern, die jeder eine der mitgebrachten Schachteln trugen, durchführen können. Zufällig war ein Journalist vor Ort, der diese Aktion gefilmt hat. Er wird es in You Tube unter seinem Namen One felipe veröffentlichen.

1. Projektteil: Suppenküche - einmal am Tag warm essen

Viele von den Menschen am Ort der Verwüstung weigern sich, Fleisch zu essen; sie haben zu viele Tote und Sterbende miterlebt und dauern den Geruch der brennenden Leiber in der Nase. Ich akzeptiere das. Heizmaterial gibt es praktisch nicht, weder Holz, noch Kohle, noch Gas, noch Elektrizität, wenn ja, dann zu überhöhten Preisen. Für Holz werden auch die letzten Bäume zur Strecke gebracht. Ich werde das Problem mit Holzkohle-Lieferungen lösen. Für dieses Suppenküche-Projekt habe ich die Familie Jeanbaptiste engagiert, eine alteingesessene Familie mit vielen guten Kontakten. Den Sohn Jodny Jeanbaptiste habe ich vorläufig als meinen Stellvertreter vor Ort eingesetzt.

Erster Eindruck bei der Ankunft

Am Abend kurz nach Einbruch der Dunkelheit bin ich in Port au Prince, der Hauptstadt von Haiti angekommen und wurde sofort mit dem Elend der Erdbebenopfer konfrontiert. Ich hatte meine Esposa Mode und ihren Bruder Emsi aus Port au Prince mitgenommen, um die nötigen Informationen und Kontakte knüpfen zu können. Wegen der Bruchschäden mussten wir zweimal umkehren, bis wir direkt zum Stadtteil La Saline kamen, oft über Schuttberge und durch Menschenansammlungen hindurch.

Seit der Grenze bei Jimani hatte uns der süssliche Geruch bis hierher begleitet und jetzt sah ich über die Silhouette der Sadt, bzw. was davon noch übrig war hinweg, das licht-, rauch-und geruchverbreitende Feuer, wo die Leichen verbrannt wurden. Die Menschen hatten z.T. Geruchsmasken vor dem Gesicht. Ich habe drauf verzichtet, weil das meine Arbeit zu sehr behindert hätte.
Eines der Häuser war noch ganz und wir konnten die Hilfsgüter dort einstellen bis zur Verteilung.
Es war inzwischen dunkel geworden und weil es keine Elektrizität gibt, war alles in ein gespenstisches schwarz getaucht, nur der Feuerschein der Leichenverbrennung erhellte die Szenerie auf makabre Weise. Der kleine Ortsplatz in ‚La Saline’zwischen den kaputten Häusern war übersät mit Menschen, die sich zum Schlaf auf Tüchern und Plastikfolien gebettet hatten.
Ein intaktes kleines Radio spendete tröstende Musik, Kinder weinten und Frauen beteten zum Himmel.
Am nächsten Morgen wurden die Waren ausgepackt und die Anwohner, zuvorderst die Kinder wurden einzeln hereingelassen und konnten sich nehmen, was sie wollten.